Dienstag, 14.07.2026 20:32 Uhr

Digitaler Animismus und die Erde als Utopie

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 07.09.2025, 14:59 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 5748x gelesen

Wien [ENA] Achille Mbembe, geboren 1957 in Kamerun, Autor, Professor für Philosophie und Politikwissenschaft an der Witwatersrand Universität in Johannesburg, hält in seinem Buch "Die terrestrische Gemeinschaft" ; Technik, Animismus und die Erde als Utopie", den eurozentrischen Gewissheiten und Vorherrschaften unterschiedliche Zeugnisse des menschlichen Geistes und andere Vorstellungen von Kosmos entgegen.

Dazu gehört auch der uralte Animismus indigener Völker mit ihren schamanischen Ritualen und Opfern und der Glaube, dass Objekte, Tiere und Naturerscheinungen eine Seele haben, die Verehrung von Ahnen, Bäumen, Flüssen und die Vorstellung, dass es eine sichtbare und unsichtbare Welt gibt. Für Mbembe ist das Ziel seiner Trilogie, die mit der "Politik der Feindschaft" begann und später mit dem Buch "Brutalismus" fortgesetzt wurde, auch in dem Essay "Terrestrische Gemeinschaft" eine Bestandsaufnahme der wichtigsten Kräfte der Transformation des Lebendigen in einem Zeitalter der gegenwärtigen Beschleunigung als Folge der digitalen Technologie, mit der weiterhin politische und industrielle Kräfte ihre "Beutegreifer - Reflexe ungehemmt zeigen.

Auch Mbembe als Wissenschaftler kann nicht umhin, seine Analysen in die Tradition der apokalyptischen Prophezeiungen einzubinden, wenn er den grundlegenden Umbruch darin sieht, dass wir "mitten im Zeitalter der Verbrennung der Welt" stehen, in der eine unersättliche Plutokratie das Vermögen der gesamten Menschheit zu erbeuten trachtet. Er sieht im Afrofuturismus ein̈e lebendige Kraft, die nicht nach den Sternen greift, sondern die Verbindung zu den Elementarkräften sucht, die imstande sind, "zur Totalität des Lebens zu stehen und den Tod zu transzendieren." Wenn sich aber die ganze Menschheit in der digitalen Welt wiederfindet, dann wird unser Sein zur Gesamtheit des Lebendigen und lässt die Debatte über Identität und Differenz hinter sich.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Photos und Events Photos und Events Photos und Events
Info.