Dienstag, 28.06.2022 05:32 Uhr

Peter Scholl-Latour "Russland im Zangengriff"

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 15.04.2022, 11:23 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 4531x gelesen

Wien [ENA] Es ist äusserst interessant, das 2007 publizierte Buch "Russland im Zangengriff: Putins Imperium zwischen Nato, China und Islam" des verstorbenen bekannten deutschen Journalisten Peter Scholl-Latour in einer Zeit zu lesen, in der der brutale und grausame Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine die Welt erschüttert und die Suche nach politischen Erklärungen, nach Verstehen und Antworten notwendig werden.

Der Autor hat die unerhört komplexen und gefährlichen geostrategischen Besonderheiten der russischen und islamischen Grenzgebiete Europas oft bereist und ist zu der Überzeugung gekommen, dass die Politik Amerikas und Europas den enormen Konfliktherd dieser Gegenden unterschätzt. Wenigstens war das die Erklärungslinie vieler Journalist*innen, um Russlands Absichten herunterzuspielen. Aber stimmt das heute noch wenn Scholl-Latour schreibt "Natürlich besteht keine Gefahr, dass es jemals zu einer kämpferischen Auseinandersetzung großen Stils zwischen den Vereinigten Staaten und der russischen Föderation kommt." Aber steht die Ukraine, die sich hilfesuchend schon lange an die Nato und Europa gewendet hat, nicht auch für die westliche Welt?

Scholl-Latour gehört sicherlich zu jenen Autoren, die in Russland hauptsächlich den idealen Wirtschaftspartner des Westens sehen möchten, denn "zwischen beiden Ländern besteht kein Konfliktpotential mehr, sondern eine natürliche Komplementarität" schreibt er und sah deutlich, dass infolge der hohen Energiepreise und hoher Produktion von Erdöl und Erdgas, Russland über enorme finanzielle Mittel verfügt, die es zur Erpressung und Aufrüstung verwenden kann, aber wie wir heute sehen auch zur Kriegsführung benutzt. Aber nicht nur Putin ist ein Verachter der europäischen Werte und Politik, sondern Scholl-Latour warnte auch eindringlich "die Europäische Union muss sich auf die mörderische Bedrohung vom radikalen Islam vorbereiten."

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