Sonntag, 26.09.2021 20:34 Uhr

Gedanken zu Jean Jacques Rousseau

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 07.07.2021, 11:53 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 2755x gelesen

Wien [ENA] Jean Jacques Rousseau (1712-1778) war einer der einflussreichsten Denker der Aufklärung, die in Frankreich in der Französischen Revolution zu einer eigenartigen Mischung aus Gewaltorgien und überspannten politischen Zielen geführt hatte. So wie sich das Leben von Rousseau nicht immer harmonisch entwickeln konnte, so waren auch seine Theorien und Analysen oft geprägt von einer verzweifelten Suche nach einem Ideal.

Nicht unwesentlich für Rousseaus geistige Entwicklung war sein Vater, der ihm bis zu seinem 10. Lebensjahr oft nächtelang philosophische Texte vorlas. Besonders die moralischen Vorbilder in Plutarchs Biographien von Römern und Griechen schärften seinen kindlichen Verstand für wesentliche Charakterzüge. Aber diese pädagogische Idylle endete abrupt, als sein Vater wegen eines Raufhandels aus Genf fliehen musste und seinen jungen Sohn bei wenig verständnisvollen Verwandten unterbringen musste. 1728 ging Rousseau auf Wanderschaft, die gewissermaßen sein ganzes Leben dauern sollte. Er führte ein relativ improvisiertes Leben mit Gelegenheitsarbeiten, mit autodidaktischer Bildung, lesen, musizieren, schreiben und gesellschaftlichen Ambitionen.

Mit seiner "Abhandlung über die Wissenschaften und die Künste" für die Preisschrift der Académie von Dijon, erhielt er 1750 den ersten Preis und verschaffte sich damit europaweit Anerkennung. Darin konnte Rousseau seine radikalen Freiheitsideen entwickeln, die sich oft auf den Menschen im Naturzustand bezogen. Sozusagen auf den "edlen Wilden", der aber in der auf Konventionen beruhenden Gesellschaft, immer nur ein gefesselter Sklave ist. Berühmt sein Ausspruch, "Der Mensch ist frei geboren, und liegt überall in Ketten." Und doch hat Rousseau diesen großen Gedanken letztendlich nur oberflächlich, verspielt und literarisch ausklingen lassen und damit ist seine ganze Gesellschaftskritik doch wieder nur der Konvention zugute gekommen.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.