Sonntag, 26.09.2021 21:49 Uhr

Gedanken zu Henri Bergson

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 02.08.2021, 07:37 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 2413x gelesen

Wien [ENA] Eigentlich hätte der französische Philosoph Henri Bergson (1859-1941) nach den ersten Sätzen in seinem Buch "Schöpferische Entwicklung", für das er 1927 den Nobelpreis erhielt, mit dem Schreiben aufhören müssen. Denn mit der Erkenntnis, "dass sich der menschliche Intellekt nur zu Hause fühlt, solange man ihn unter den leblosen Gegenständen belässt", legt er die Grenzen unserer Denkmöglichkeiten fest.

Die hat er nie, trotz enormen analytischen und sprachlichen Aufwands, nie wirklich gesprengt. Trotzdem ist seine Schrift ein fulminanter, vielleicht sogar verzweifelter Versuch, Lebendigkeit in das tote Theoriegebäude der Wissenschaft zu bringen. In der "Schöpferischen Entwicklung" entwickelt er ein äusserst kompliziertes Zusammenspiel von Leben und Materie, versucht aus alten Denkmustern auszubrechen und Woissenschaft ganz neu zu positionieren. Dabei holt er weit aus, sucht in allen Ecken existierender Theorien, leuchtet in alle Abgründe und dringt in alle Höhen der Geistes-und Naturwissenschaften vor. Das Leben ist ihm das große Rätsel, dass sich als Aufschwung, als Elan Vital dem Energieverfall der anorganischen Materie widersetzt.

Dabei schreitet Bergson von der Entwicklung des embryonalen Lebens vorwärts, lässt Mechanismus und Finalität hinter sich und analysiert Dumpfheit, Intellekt und Instinkt um die Bedeutung des Lebens und die Ordnung der Natur zu erfassen. In der Form des Intellekts entdeckt er den kinematographischen Mechanismus des Denkens und die mechanistische Täuschung. In diesem Höhenflug wir ihm das reale Werden als mystisches Erleben und der falsche Evolutionismus offenbar. Und wie Jean Guitton schreibt, "Damit befand er sich in der Nachfolge von Sokrates, diesem mystischen Freidenker, diesem Missionar der Selbsterkenntnis, diesem Begründer der moralischen Wissenschaften." Damit wird schöpferische Intuition für Henri Bergson das Prinzip des Lebens.

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