Sonntag, 26.09.2021 21:17 Uhr

Gedanken zu Adolph Freiherr Knigge

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 13.05.2021, 19:47 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 5534x gelesen

Wien [ENA] Es ist kein Wunder, dass das Buch "Über den Umgang mit Menschen" von Adolph Freiherr Knigge (1752-1796) sehr bald ein Erfolg wurde, denn die Menschenkenntnis und Lebensweisheit, die der Autor darin vermittelt, stellt eine große Bereicherung zum Verständnis der oft so schwierigen zwischenmenschlichen Beziehungen dar. Interessant ist sicherlich, dass Knigge die Pflichten gegen sich selbst als die wichtigsten sieht.

Er schreibt, "man sollte ebenso vorsichtig, redlich, fein und gerecht mit sich selber umgehen als mit anderen." Für Knigge war es wichtig, nicht bloß Vorschriften einer konventionellen Höflichkeit zu formulieren, sondern den Umgang mit verschiedenen Arten von Menschen zu kennen, denn Eltern, Kinder, Verliebte, Herren und Diener, Künstler oder Geistliche haben ihre eigenen Umgangsformen. Knigge hat sehr wohl gesehen, dass Menschenkenntnis, heute würden wir vielleicht sagen soziale Kompetenz oder emotionale Intelligenz, der Schlüssel zum gesellschaftlichen Erfolg ist. Denn wer möchte nicht beliebt und bewundert werden? Dafür empfiehlt er Geselligkeit, Nachgiebigkeit, Duldsamkeit, Kontrolle über Leidenschaften und gleichbleibende Heiterkeit.

Klingt natürlich vernünftig, ist aber eigentlich extrem schwer, denn der Umgang mit Menschen ist eben eine hohe Kunst. Das ist schon daran zu erkennen, dass die zwischenmenschlichen Beziehungen immer wieder zu großen Konflikten, ja grausamen Verbrechen führen. Auch Knigge musste sich erst mühsam gesellschaftliche Anerkennung erkämpfen, denn seine Tätigkeit für den Illuminatenorden und sein Eintreten für Menschenrechte, ließen ihn in Ungnade fallen. Sein Buch "Über den Umgang mit Menschen" wurde im Laufe der Zeit durch Umschreiben immer mehr zu einer Einführung in Anstandsregeln und damit war der moderne und heute noch bekannte "Knigge" geboren, der aber dadurch auch an psychologischer Tiefe und grundsätzlicher Philosophie verloren hat.

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