Sonntag, 26.09.2021 19:56 Uhr

Der Arbeitsbegriff zwischen Smiles und Marx

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 18.04.2021, 17:52 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 5162x gelesen

Wien [ENA] Eine dänische Bevölkerungsstudie zwischen 2003 und 2014 kommt zu dem Ergebnis, dass Sport in der Freizeit gesund ist, während körperliche Arbeit im Beruf angeblich krank machen kann. Diese Ergebnisse passen irgendwie in unsere Zeit, in der zunehmend das "Prinzen-und Prinzessinnen Dasein" alle Schichten der Bevölkerung erreicht hat. Sport, Spiel, Jagd und Krieg waren schon immer das Ritual der Reichen.

Karl Marx hat die Arbeit als das Elend der Arbeiterklasse beschrieben. Ganz anders aber sieht das Samuel Smiles (1812-1904) ein schottisch-englischer Arzt, Redakteur und erfolgreicher Schriftsteller. Seine Bücher mit praktisch-ethischen Themen wie "Selbsthilfe" oder "Charakter" enthalten eine Fülle von Lebensweisheiten. Gewissermaßen stehen sie für eine victorianische Arbeitsethik, die sich klar, fest, energisch und zielbewusst darstellt. "Die Arbeit ist das Gesetz unseres Daseins, das lebendige Prinzip, das Menschen und Nationen vorwärts bringt" ist Smiles überzeugt. Natürlich sieht er auch, dass sie eine Last sein kann, aber in der Trägheit sieht er das größere Übel und "den Fluch der Menschen, denn sie zerfrisst das Herz der Nationen."

Heute wäre Smiles sicherlich ein Coach für positives Denken, das in Firmen und Organisationen Einzug gehalten hat. Natürlich ist auch Sport eine Möglichkeit der Trägheit zu entkommen und gesund zu bleiben. Die Frage stellt sich nur, ob der Sport auch wirklich ein Sinn des Lebens sein kann, der sich auch in einer gesellschaftlich relevanten Arbeit zeigen sollte. Denn wenn immer mehr Menschen nur noch Sport betreiben, bleibt die kulturell notwendige, sinnstiftende und befriedigende Arbeit entweder ungetan oder schlecht ausgeführt und Maschinen wird sie übernehmen. Und Smiles fasst zusammen , "der Muße ohne Arbeit kann man sich nicht mehr erfreuen als der Übersättigung." Letztlich geht es wohl darum, "ob das Glas halb voll oder halb leer ist?"

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