Dienstag, 26.10.2021 08:02 Uhr

Buch: Notizen an Tobias

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 12.09.2021, 21:06 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 2186x gelesen

Wien [ENA] Das Buch "Notizen an Tobias, Gedanken eines Vaters zum Suizid seines Sohnes", von Golli Marboe ist ein schwieriges Buch, ein schwieriges Thema, auch wenn es nur assoziativ die Umstände beleuchted. Es ist ein Buch, dass versucht die Sprachlosigkeit zu überwinden die entsteht, wenn ein vertrauter, nahestehender Mensch plötzlich aus dem Leben scheidet. Noch einmal vergegenwärtigt sich Marboe das Leben seines Sohnes.

Da sind seine Erinnerungen an gemeinsame Reisen und da sind Bilder und Zeichnungen eines begabten jungen Menschen, der sich in der Kunst wiederfinden und behaupten wollte und doch in den unübersichtlichen Strukturen der Kunstwelt keinen finanziellen Halt fand. Vielleicht war es zu schwer für Tobias sich von seiner großen, liebevollen Familie zu lösen, von seinen Freunden und von einer Jugend-und Konsumwelt, die ihm schon früh vieles bot und ihn vielleicht auch am Überfluss ersticken ließ. Natürlich stellt sich Golli Marboe immer wieder die Frage, hat er die Vorzeichen in Tobias Verhalten richtig eingeschätzt und hätte er das Unglück verhindern können? Aber darum geht es in dem Buch nicht wirklich. Es geht vielmehr um Trauerbewältigung.

Es geht um ein Zulassen der Erkenntnis von Leben und Tod, von Vergänglichkeit und um ein anderes Verständnis seines Sohnes, der für ihn in der Erinnerung ein neues Leben führt. Golli Marboe kann mit Sprache umgehen. 1965 in Wien geboren, arbeitete er als freier Journalist, ist Experte für Medienfragen, macht TV Dokumentationen und unterrichtet an verschiedenen Hochschulen. Sprache ist seine Form der Trauerbewältigung und er teilt seine Gefühle über den Selbstmord seines Sohnes mit der Öffentlichkeit. Er schreibt darüber für Zeitungen, gibt Interviews und hält Vorträge. Denn das Thema geht viele an. Die Sorge einen geliebten Menschen zu verlieren ist allgegenwärtig und lässt die Brüchigkeit des Lebens erkennen.

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