Sonntag, 26.09.2021 20:45 Uhr

Zur Phänomenologie der Mensch-Hund-Beziehung

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 25.07.2021, 23:09 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 2318x gelesen

Wien [ENA] Wenn wir über die Ursprünge der engen Lebensgemeinschaft zwischen Mensch und Hund nachdenken, kann man natürlich sagen, dass die Nützlichkeit ausschlaggebend ist, denn mit den vielen Aufgaben in der menschlichen Gesellschaft, hat der Hund unter den Tieren schon immer eine Sonderstellung eingenommen. Jagdhund, Herdenhüterhund, Wachhund oder Therapiehund sind nur einige seiner vielen Funktionen, die er ausfüllen kann.

Und doch kann Nützlichkeit die enge Beziehung zwischen Mensch und Hund nicht restlos klären. Denn die enorme psychische Fähigkeit der Treue dem Menschen gegenüber, den der Hund als absolutes Liebesobjekt wählt, geht weit über den Nützlichkeitsaspekt hinaus. Es waren hauptsächlich die alten Ägypter, die versucht haben, das Phänomen Hund in ihr geistiges System der Erscheinungen einzuordnen und sind damit vielleicht der wahren Bedeutung etwas näher gekommen. Vielleicht haben sie aus der Beobachtung, dass Caniden wie Wüstenschakale oder Hunde sich an den Leichen der Toten zu schaffen machten, philosophische Schlüsse gezogen. Tod und Verweseng als die grauenhafte Rückseite des Lebens, hat damit im Hund eine göttliche Personifizierung erhalten.

Diese sagt durchaus auch etwas über das besondere Schicksal des Menschen aus. Der Totenkult der alten Ägypter ist legendär und hat in denn Pyramiden und Königsgräbern eine erstaunliche geschichtliche Offenbarung gezeigt. Jenseits und Diesseits verschmelzen, wenn der Hundegott Anubis als Totenrichter das Jenseitsgericht leitet. Totenpriester trugen Anubismasken während sie amtierten und die Gebete für die Toten wurden an Anubis gerichtet, da sein Urteil über die Seelen entscheidend war. Wer die Prüfung nicht bestand, wurde verschlungen. Dass mit dem Beginn der Neuzeit die Tiere zunehmend als seelenlose Nutzobjekte betrachtet werden, unterstreicht eher den allgemeinen Totenkult, der die scharfen Grenzen zwischen Leben und Tod verwischt.

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