Dienstag, 28.06.2022 05:13 Uhr

"Widerständige Musen" in der Kunsthalle Wien

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 03.05.2022, 21:38 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 4672x gelesen

Wien [ENA] Das Interesse der jungen Kunstszene 2022 ist noch immer ausserordentlich groß an den kulturellen Brüchen der 70er Jahre, in denen mit so großem Nachdruck alte moralische und künstlerische Positionen in Frage gestellt wurden und Frauen ihre knabenhafte Seite entdeckten und sich um politische und künstlerischer Teilhabe stark machten. Die "Widerständigen Musen" waren geboren und Delphine Seyring war eine von ihnen.

Der berühmten Schauspielerin, die ihre erfolgreiche Karriere gegen das atemberaubende Neue und die Lust am Aktionismus eintauschte, widmete die Kunsthalle Wien und dem feministischen Videokollektive im Frankreich der 1970er- und 1980er- Jahre, eine umfassende Ausstellung, die vom 7. April bis 4. September 2022 zu sehen ist und in der Themen wie "Feministische Aneignung von Medien, Praktiken des Ungehorsams, Recherchen zur Anti-Psychiatrie-Bewegung oder die Demontage einer Diva" künstlerisch aufgearbeitet wurden und als Gesamtkunstwerk in einem grellen und flimmernden Ausstellungsdesign pulsieren. Viele engagierte junge Künstlerinnen und Kuratorinnen haben versucht die feministische Geschichte grandios neu zu denken und zu gestalten.

Videos, Kunstwerke, Fotografien, Archivdokumente und Filme werden zueinander in Beziehung gesetzt und ergeben damit eine Sprache politischer Forderungen, die den strukturellen Sexismus der Filmindustrie thematisieren und als normative Geschlechterrollen definieren soll. Die Ausstellung wurde erstmals vom Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia Madrid in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Wien und dem Württembergischen Kunstverein Stuttgart konzipiert. Das Team der Kunsthalle Wien entwickelt gemeinsam mit den Kuratorinnen Nataša-Petrešin und Giovanna Zapperi ein Begleitprogramm, das sich mit dem queer-feministischen und aktivistischen Film beschäftigt.Auch das Österreichische Filmmuseum präsentiert dazu die Retrospektive Ulrike Ottinger.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.