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Gedanken zu Paul de Kock

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 28.08.2021, 08:04 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 2679x gelesen

Wien [ENA] Charles Paul de Kock (1793-1871) lebte in einer Zeit, in der man leicht den Kopf verlieren konnte. Traurig aber wahr, sein Vater, ein niederländischer Bankier, wurde 1794 während der Terrorherrschaft der französischen Revolution guillotiniert und das Vermögen der Familie beschlagnahmt. Ein schwerer Schicksalsschlag für die Familie. Das Kind Paul flüchtete sich, sobald es lesen konnte, in die Welt der Bücher.

Besonders die Romane von Pigault-Lebruns liebte er. Kein Wunder also, dass er schon mit 17 Jahren seine Banklehre abbrach um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sein erster literarische Versuch fand aber noch keinen Verleger. Das sollte sich bald ändern, als er begann Bühnenstücke zu schreiben. Mit Anhieb traf er den Nerv der Zeit und seine zierlichen Melodramen hatten auf den Pariser Bühnen großen Erfolg. Auch seine Romane und Novellen fanden Verleger und bald gehörte Paul de Kock zu den bestbezahlten Autoren Frankreichs. 1832 kaufte er ein großes Landhaus in Bois de Romainville, das bald für seine Feste, Lesungen oder Theateraufführungen berühmt wurde und wo sich Freunde und Literaturliebhaber trafen.

Doch die unruhigen, durch Kriege und Terror geprägte Zeit, sollte auch sein Lebensende überschatten. 1870, während des Ausbruchs des Deutsch-Französischen Krieges und dem Aufstand der Pariser Kommune, wurde sein kulturell so bedeutendes Anwesen geplündert und verwüstet. Unvergessen trotzdem sein Gesamtwerk von 56 Bänden, das, obwohl es der Leichtigkeit des Genre entgegenkommt, trotzdem eine bezaubernde Ironie gepaart mit einer liebenswürdigen Weltsicht, die Fehlbarkeit und Verstrickungen des Menschlichen mit Esprit zu erzählen weiß.

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