Dienstag, 28.06.2022 05:14 Uhr

Gedanken zu Kardinal Christoph Schönborn

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 13.04.2022, 11:33 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 5081x gelesen

Wien [ENA] In den Frühling Europas, in einer Zeit in der vom "Ewigen Frieden" im Sinne von Kant geträumt wurde, spielt sich an der Grenze in einem europäischen Land ein grausamer Vernichtungskrieg ab, der die Europäische Union bis in's Mark erschüttern muss und die Frage offen lässt "Warum?" Politische Analysen gibt es sicherlich viele, aber Kardinal Schönborns Blick zurück zeigt, wie wechselhaft Frieden und Krieg sind.

Schönborn hat in seiner sonntäglichen Interpretation des Lukas-Evangeliums in der österreichischen Kronen Zeitung dieses Thema interpretiert und mit dem Artikel "Stärker als alle Kriege"versucht Hoffnung zu geben, aber auch auf die Tragik des "Jüdischen Krieges" im Jahr 70 n.Ch. aufmerksam zu machen, der so eindrucksvoll von Flavius Josephus beschrieben wurde. Noch heute steht auf dem Forum Romanum der Titusbogen, der den Triumphzug des Kaisers darstellt, der gefangene Juden und den Tempelschatz mit sich führt. Nüchtern stellt der Kardinal fest "Kriege waren schon immer grausam." So wie jetzt Millionen Ukrainer, die in die EU vor Russlands Krieg flüchten, musste auch das jüdische Volk in der Fremde einen prekären Neuanfang suchen.

Kardinal Schönborn bezieht sich im Lukas Evangelium auf die Begebenheit, in der Jesus auf einem Eselsfohlen reitend von seinen Jüngern als gefeierter Messias und spiritueller König der Juden in Jerusalem einzieht, nur um eine Woche später den Kreuzestod zu erleiden, der mit der Auferstehung der Anfang der christlichen Zeitrechnung wurde. "Wirkt der Einzug Jesu in Jerusalem nicht wie ein ohnmächtiges Schauspiel gegenüber den Kriegen der Mächtigen aller Jahrhunderte, von Titus bis Putin?" fragt der Kardinal. Trotz alledem bleibt für das Prinzip Hoffnung das "österliche Frühlingsmotiv" der Auferstehung, das mystischerweise das winterliche Sterben der Natur mit dem Kreuzestod und die Auferstehung mit dem Frühlingserwachen in Zusammenhang sieht.

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